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Verstehen und trainieren

Mathematik ist primär Erkenntnis, die schon beim Kleinkind beginnt. Ein Fortschreiten von zufälligen Einsichten zum aktiven „Mathematik treiben“, dem bewusst angestrebten Erkenntnisgewinn, ist jedoch nur möglich, wenn gewisse Grundfertigkeiten zur Verfügung stehen. Diese müssen über einen längeren Zeitraum aufgebaut und anschliessend gepflegt werden.

Zum Vergleich: Zum Autofahren gehören gewisse Grundkenntnisse: Die Verkehrsregeln und die Funktionsweise der Bedienungselemente. Ohne diese Kenntnisse darf man sich nicht ans Steuer setzen. Nur mit diesen allein kann und darf man aber noch nicht fahren.

Erkenntnisse und Fertigkeiten in der Mathematik bedingen einander und entwickeln sich parallel.

Grundprinzipien des Trainings von Fertigkeiten

  • Voraussetzung für ein erfolgreiches Training ist der korrekte Ablauf. Intensives Training mit einer falschen Haltung kann ein Fehlverhalten so festigen, dass es nur noch schwer zu korrigieren ist.
  • Training das Spass macht, geht von bereits Beherrschtem aus und setzt erreichbare Ziele. Auf das Rechentraining übertragen heisst das, mit einfachen Zahlen beginnen und sich langsam steigern, sich kleine Päckchen vornehmen mit dem Ziel, diese fehlerfrei bearbeiten zu können. Merkt man, dass man sich übernommen hat, geht man eine Stufe zurück.
  • Training ist immer repetitiv. Nur wenn sich die Übungen im gleichen Format wiederholen, können Fortschritte festgestellt werden. Bei den Wiederholungen stellen sich stets die Fragen "Kann ich das noch?" oder "Kann ich das jetzt?". Die Trainingskarteien enthalten Aufgaben mit ausgewähltem Zahlenmaterial. Ihre beschränkte Anzahl ist kein Nachteil.
  • Geschwindigkeit ist ein sekundäres Ziel. Wie im Sport oder in der Musik kommt immer zuerst der korrekte Ablauf. Erst wenn dieser sitzt, darf das Tempo langsam gesteigert werden. Sobald sich Fehler einschleichen, muss es wieder reduziert werden. Im Gegensatz zur Musik, in der mit zu langsamen Tonleitern kein erfreuliches Stück gelingt, ist beim Rechnen die Fehlerfreiheit das oberste Ziel, das durch Schludern gefährdet wird.