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Lernen mit Lernkarteien

Lernende mit Speicher- oder anderen Problemen sind auf effiziente Lernformen, Merkhilfen, Strukturen und Vernetzungen angewiesen. Eine Lernkartei ermöglicht es, mit denselben Aufgaben auf verschiedene, den Bedürfnissen angepasste Arten zu arbeiten. Die Grundformen sind dabei:

  • Sequentiell: Die Aufgaben werden einzeln hintereinander gelöst.

Beispiel: Ein Kind nimmt sich sechs „schwierige“ Karten aus der Einspluseins-Kartei vor, rechnet und mischt sie in zeitlichen Abständen immer wieder neu bis sie sicher sitzen.

  • Simultan: Die Aufgaben werden ausgelegt und geordnet.

Beispiel: Die Ergebniskarten des Einmaleins werden in eine leere Einmaleins-Tabelle ausgelegt. Die Frage lautet dann „Zu welchen Reihen passt eine Ergebniszahl?“

Die Lernenden können die Kärtchen nach verschiedenen Kriterien sortieren. Sie können sich selber „Päckchen“ von Aufgaben zusammenstellen, die sie auch mit eigenen Aufgaben ergänzen dürfen. Nach dem Sortieren werden die „Päckchen“ wieder sequentiell bearbeitet. Sortierkriterien sind etwa:

  • „Leicht – Schwierig“ individuell!
    Was schwierig ist, wird im Arbeitsheft bearbeitet.
    Lösungswege, Visualisierungen werden aufgezeichnet.

  • Natürliche Reihenfolge z.B. auf- oder absteigende Veränderung eines Operators

  • Analogien z.B. 23+8, 33+8, 43+8, ... ; 7+4, 70+40, 700+400, ...

Mit der wechselnd simultanen und sequentiellen Bearbeitung der Aufgaben erfolgt eine intensive Auseinandersetzung in „Portionen“, die den Bedürfnissen und den Fähigkeiten der Lernenden angepasst sind. Schwierigkeitsgrad, Anzahl, Zeit können verändert werden. So können auch lernschwache Kinder ein Erfolgserlebnis haben und damit die Motivation und die Energie für die weitere Arbeit bekommen.

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